ALICE – A Large Ion Collider Experiment

ALICE A Large Ion Collider Experiment

Der Magnet des ALICE-Detektors.
Foto: CERN

Um unter Laborbedingungen den Zustand der Materie unmittelbar nach dem Urknall zu erzeugen, werden für das ALICE-Experiment mit dem LHC Blei-Ionen zur Kollision gebracht, die mehr als 200 Mal schwerer sind als Protonen. Mit den gewonnenen Daten können die Physiker das Quark-Gluon-Plasma untersuchen, einen Materiezustand, der wenige Millionstel Sekunden nach dem Urknall existiert haben muss, als das Universum noch extrem heiß war.

Die Materie im Universum besteht gewöhnlich aus Atomen. Jedes Atom hat einen Kern aus Protonen und Neutronen. Diese wiederum bestehen aus Quarks, die von Gluonen zusammengehalten werden. Bei Kollisionen von Bleikernen im LHC werden Temperaturen erzeugt, die über 100 000 Mal höher sind als im Zentrum der Sonne. Die Physiker erwarten, dass sich unter diesen Bedingungen Quarks und Gluonen frei bewegen können. Auf diese Weise entstünde ein Quark-Gluon-Plasma. Die Wissenschaftler werden am ALICE-Detektor die Ausdehnung und Abkühlung des Quark-Gluon-Plasmas untersuchen und beobachten, wie sich die Teilchen bilden, aus denen das Universum heute besteht.

Mehr als 1200 Wissenschaftler von 132 Instituten aus 36 Ländern arbeiten zusammen am ALICE-Experiment (Stand: April 2013). Aus Deutschland sind beteiligt: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Technische Universität Darmstadt, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Technische Universität München, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Eberhard Karls Universität Tübingen, Fachhochschule Köln, Fachhochschule Worms und die Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI, Darmstadt.


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