12.05.2010

LHC Update

ATLAS Event Display eines Kandidaten für ein W-Boson
Foto: CERN

Seit über einem Monat läuft der LHC. Die Physiker sind begeistert und stürzen sich mit Feuereifer ihre Arbeit, sowohl im Kontrollraum auf Schicht als auch im Büro vor dem eigenen Computer bei der Auswertung der Daten.

Doch was ist eigentlich im letzten Monat am Beschleuniger passiert? Am 30. März war es den Operateuren das erste Mal gelungen, die Protonen bei einer Energie von insgesamt 7 Teraelektronenvolt zur Kollision zu bringen. Doch der LHC war zu diesem Zeitpunkt noch „im Probebetrieb“, denn später wird er eine viel höhere Anzahl von Kollisionen pro Sekunde – oder Luminosität – produzieren können. Diese Zahl hochzuschrauben war eine der Aufgaben mit denen sich die Operateure in den letzten Wochen beschäftigt haben. Denn je höher die Luminosität ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass neue Teilchen erzeugt werden. Zu Beginn des Betriebs war die Luminosität wie bei jedem neuen Teilchenbeschleuniger sehr niedrig. Statt 2808 Teilchenpaketen kreisten nur vier Pakete zur gleichen Zeit im Beschleuniger, und diese Pakete enthielten auch noch nicht die 100 Milliarden Protonen, die das Design des Beschleunigers vorsieht. Nun aber, da die Experten ihren Beschleuniger immer besser kennen, kommen sie auch diesen Werten immer näher.

LHCb Event Display eines B-Teilchens.
Foto: CERN

Und die Arbeit der Operateure zahlt sich aus: Bereits zwei der vier Experimente haben erste „Physik“ vermeldet – die Wiederentdeckung von Teilchen des Standardmodells. So hat das LHCb-Experiment das erste B-Teilchen gesehen und ATLAS den ersten Kandidaten für ein W-Boson. Diese Wiederentdeckungen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu neuer Physik am LHC. Denn nur, wenn die Physiker sich auf die Ergebnisse, die die Elektronik liefert, verlassen können, wissen sie später auch sicher, dass sie neue Physik gefunden haben.

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