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12.07.2013

Deutsche Physikerin ins CMS-Management gewählt

Kerstin Borras vom Forschungszentrum DESY wird stellvertretende Sprecherin des CMS-Experiments

Foto: DESY

Die deutsche Teilchenphysikerin Dr. Kerstin Borras ist zur stellvertretenden Sprecherin des CMS-Experiments am weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC gewählt worden. Borras ist die Leiterin der CMS-Gruppe beim Forschungszentrum DESY in Hamburg. Sie übernimmt das Amt zum Jahreswechsel für zwei Jahre, zusammen mit Prof. Paris Sphicas von der Universität Athen. Neuer Sprecher wird dann Dr. Tiziano Camporesi vom europäischen Teilchenforschungszentrum CERN bei Genf, dem Standort des CMS-Detektors.

Der Compact Muon Solenoid (CMS) ist neben ATLAS einer der beiden Universal-Detektoren am Large Hadron Collider (LHC), mit denen Physiker unter anderem im vergangenen Jahr das Higgs-Teilchen entdeckt haben. An CMS arbeiten insgesamt 2680 Forscher sowie 1140 Techniker und Ingenieure von 182 Instituten aus 42 Ländern. Deutschland ist sowohl an ATLAS als auch an CMS beteiligt und betreibt eigene Kontrollräume für beide Detektoren. Vier deutsche Institute und Universitäten mit insgesamt rund 300 Wissenschaftlern arbeiten an CMS.

Als stellvertretende Sprecherin wird sich Borras gemeinsam mit Sphicas sowohl um die Kommunikation der verschiedenen CMS-Arbeitsgruppen untereinander kümmern, als auch um die Kommunikation innerhalb der Teilchenphysik weltweit. „Die deutschen Mitglieder des CMS-Experimentes gratulieren Kerstin Borras ganz herzlich. Die Wahl unterstreicht ihre Führungsqualität und ist eine Anerkennung der deutschen Beiträge zum Experiment”, sagte Achim Stahl, Sprecher der deutschen CMS-Gruppen.“ Schwerpunkte werden für Borras die noch bis etwa Ende 2014 andauernden Verbesserungs- und Umbauarbeiten am Detektor sein sowie die mit Spannung erwartete Wiederinbetriebnahme Anfang 2015 mit der anschließenden Datennahme bei zuvor unerreichten Kollisionsenergien.

Nach der gegenwärtigen Wartungsphase „Long Shutdown 1“ soll der LHC eine Kollisionsenergie von 14 Tera-Elektronenvolt (TeV) erreichen. Zuletzt prallten Protonen in dem Beschleuniger mit einer Energie von insgesamt 8 TeV aufeinander. Durch die Erhöhung der Kollisionsenergie wird der LHC den Experimenten völlig unerforschte Bereiche eröffnen, wie Borras betont. „Vielleicht finden wir dabei sogar erste Indizien für neue Physik wie etwa Hinweise auf supersymmetrische Teilchen oder versteckte Dimensionen.“

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