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17.11.2011

PM: 23. November 2011: Tag der Weltmaschine - Teilchenphysiker feiern zwei Jahre Betrieb des größten Teilchenbeschleunigers der Welt

Mit den ersten Teilchenkollisionen am Large Hadron Collider LHC hat vor zwei Jahren eine Entdeckungsreise in weitgehend unkartierte Regionen der Natur begonnen. Die Weltmaschine soll einige der größten Rätsel der Physik lösen: Was geschah beim Urknall, woraus besteht die mysteriöse Dunkle Materie im Kosmos, warum haben Elementarteilchen überhaupt eine Masse? Auf der Suche nach Antworten schießt der LHC Atomkerne von Wasserstoff (Protonen) und von Blei mit bislang unerreichter Energie aufeinander. So können die Forscher neue Teilchen erzeugen und die Bedingungen kurz nach dem Urknall reproduzieren. Seit am 23. November 2009 die ersten Protonen im LHC aufeinanderprallten, haben die hausgroßen Nachweisgeräte fast eine Million Milliarden (1 000 000 000 000 000) solcher Kollisionen registriert. Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger übertrifft damit alle Erwartungen.

Zum zweiten Jahrestag der ersten Kollisionen im LHC feiern Institute in ganz Deutschland den Tag der Weltmaschine. Vom Science Slam über Ausstellungen bis hin zu Vorträgen und Masterclasses: mit vielen verschiedenen Aktionen erklären Wissenschaftler was in den letzten zwei Jahren am LHC passiert ist und was sie sich von der Zukunft erwarten. Mit dabei beim Tag der Weltmaschine sind die RWTH Aachen, HU Berlin, GSI Helmholtzzentrum Darmstadt, TU Dresden, die Universitäten Bonn, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, , Hamburg, Heidelberg, Mainz, Münster, Siegen und Würzburg, das Forschungszentrum DESY sowie in München das Max-Planck-Institut und die LMU.

Das deutschlandweite Programm vom Tag der Weltmaschine finden Sie auf www.weltmaschine.de/tagderweltmaschine.

Um 19 Uhr findet ein Interview mit CERN-Generaldirektor Prof. Rolf Heuer statt, das auch live an die Veranstaltungsorte übertragen wird. Besucher können auf www.weltmaschine.de online vorab Fragen an Prof. Heuer stellen, die dann am Abend beantwortet werden. Nutzen Sie die Gelegenheit und stellen Sie dem CERN-Chef Ihre Fragen.


Der Large Hadron Collider LHC ist die größte Maschine, die je für die Forschung gebaut worden ist. Der ringförmige Teilchenbeschleuniger hat einen Umfang von fast 27 Kilometern und verläuft in einem unterirdischen Tunnel 50 bis 175 Meter tief unter der französisch-schweizer Grenze nahe der Stadt Genf. Im LHC werden Protonen oder Blei-Ionen beschleunigt und bei nahezu Lichtgeschwindigkeit frontal aufeinander geschossen. Mit diesen Kollisionen wollen Physiker dem Urknall näher kommen als je zuvor: Kurzzeitig wird es bei den Teilchencrashs – auf winzigem Raum – rund 100 000 Mal heißer als im Zentrum der Sonne; der LHC bietet damit den heißesten Ort der Galaxis. Aus der geballten Energie der Kollisionen entsteht ein Regen neuer Teilchen. In diesem Partikelhagel spähen Forscher nach bislang unentdeckten Teilchen und Phänomenen. Hausgroße Detektoren in riesigen unterirdischen Hallen zeichnen die Zusammenstöße auf. Am LHC und seinen Experimenten arbeiten etwa 10 000 Wissenschaftler aus aller Welt, unter ihnen mehr als 1000 deutsche von 34 Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Die Europäische Organisation für Kernforschung CERN ist das größte Teilchenforschungslabor der Welt. Heute sind 20 europäische Länder am CERN beteiligt. Der Jahresetat 2011 beträgt knapp 900 Millionen Euro. Deutschland ist der größte Geldgeber –rund jeder fünfte Euro kommt aus Deutschland. Seit 2009 ist der deutsche Teilchenphysiker Rolf-Dieter Heuer Generaldirektor des CERN.

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