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Aus der Reihe „60 Jahre CERN
Aus der Reihe „60 Jahre CERN"
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22.09.2014

60 Jahre Forschen für den Frieden – auch in Deutschland

Auf der Gründungsurkunde des CERN hat als offizieller Vertreter der damals noch jungen Bundesrepublik Deutschland der Nobelpreisträger Werner Heisenberg unterschrieben. Bild: CERN

Am 24. September feiert die Gemeinschaft der deutschen Teilchenphysiker und -physikerinnen den 60. Geburtstag des Forschungszentrums CERN in einer Festveranstaltung im historischen Hauptgebäude der Universität Bonn. Die Veranstaltung wird live übertragen.

Deutschland ist seit der Gründung des Forschungszentrums im Jahr 1954 mit dabei und leistet seit 60 Jahren zentrale Beiträge zu seinem Erfolg. Heute forschen über 1100 Studenten, Doktoranden, Ingenieure und Professoren an den Experimenten am CERN.

Die Geschichte des CERN haben auch deutsche Generaldirektoren geprägt. Zur Amtszeit von Herwig Schopper, der das Labor in den Jahren 1981 bis 1988 geleitet hat, wurde der Large Electron-Positron Collider LEP gebaut und in Betrieb genommen. Ohne die weitsichtige Entscheidung Schoppers, die Länge des für LEP geplanten Tunnels um einige Kilometer auf 27 Kilometer zu erhöhen, hätte der Large Hadron Collider LHC nicht im selben Tunnel gebaut werden können. Schopper, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, wird auf der Festveranstaltung einen Vortrag zum Thema „60 Jahre CERN – eine europäische Erfolgsgeschichte“ halten.

Nach dem ehemaligen redet der derzeitige Generaldirektor des CERN, Rolf Heuer, über 60 Jahre wissenschaftlicher Erfolge und 60 Jahre Forschen für den Frieden. Die Amtszeit Heuers wird ebenfalls in die Geschichte eingehen: unter ihm ist der Large Hadron Collider erfolgreich in Betrieb gegangen, was im Jahr 2012 zur Entdeckung des Higgs-Teilchens geführt hat.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Gesprächsrunde zum Thema „Was haben wir davon?“, moderiert von Achim Schmitz-Forte. Der Gründungsgedanke des CERN war, die Länder Europas zusammenzubringen, um in vollständig friedlicher Absicht die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern. Aber Grundlagenforschung mit Teilchenbeschleunigern ist teuer, und nicht jedem Steuerzahler leuchtet ein, dass er einen Beitrag dafür leisten soll, dass das Higgs-Teilchen entdeckt wurde. Reicht Erkenntnisgewinn als Begründung für die kostspielige Forschung aus? Welche Rolle spielen vom CERN hervorgegangene „Zufallsentdeckungen“ wie das World Wide Web oder Entwicklungen, die in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Medizin ihre Anwendung finden? Profitiert die deutsche Industrie vom CERN, und wenn ja, wie? CERN-Generaldirektor Prof. Dr. Rolf Heuer, Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph, Direktorin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Jörg Hauffe vom Rinecker Proton Therapy Center, Prof. Dr. Margarete Mühlleitner, theoretische Physikerin am Karslruher Institut für Technologie, und Michael Krause, Schauspieler, Regisseur und Autor, debattieren Kultur und Nutzen der Teilchenphysik.

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